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Amtsgericht Haßfurt: Tierquäler muss sechs Monate ins Gefängnis

 
 

25.02.2010 | 11:14 Uhr

„Wenn man das sieht, kriegt man das kalte Grausen“ kommentierte Richter Roland Wiltschka vom Amtsgericht Haßfurt die Bilder aus einem Haus im nördlichen Landkreis. Ein 31-jähriger Metzger hielt sich dort einen Privatzoo mit sieben Katzen, zwei Hunden, drei Großsittichen und fünf Wachteln, die alle unter erbärmlichen Umständen ihr Dasein fristeten.

Im Heizungskeller fand der Amtstierarzt Dr. Markus Menn bei einer Hausdurchsuchung zwei Hunde, die in völliger Dunkelheit auf vier Quadratmetern hausen mussten. Der Boden war mit Kot übersät. Es gab kein Wasser, nur ein paar Knochenreste lagen herum. Die Hunde waren orientierungslos und verängstigt

Unter dem Dach des Hauses waren sieben Katzen auf vier Quadratmetern in einer Art Vogelkäfig, der mit Stroh ausgestreut war, eingepfercht. Es gab kein Wasser, nur einen Trog mit Futterbrei, der völlig verschimmelt war. Die Tiere waren verkotet und es stank bestialisch. Im ersten Stock hielt der Angeklagte fünf Wachteln und drei Großsittiche in einer Voliere. Die Wachteln fühlten sich durch die Sittiche bedroht und waren im Dauerstress, da sie keinen Unterschlupf fanden. Sie hatten sich dadurch gegenseitig Federn ausgepickt und wiesen haarlose, wunde Stellen am Körper auf.

Doch dazu hätte es gar nicht kommen dürfen. Bereits am 1. Juli 2009 wurde der Angeklagte wegen Tierquälerei zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, mit der Auflage, fünf Jahre lang kein Tier mehr halten zu dürfen. Doch der Angeklagte hielt sich nicht daran.

Staatsanwalt Dr. Christopher Rosenbusch forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Da der Angeklagte bereits dreifach vorbestraft sei, zweimal davon einschlägig, und er unter Bewährung stand, könne man die Strafe nicht mehr zur Bewährung aussetzen. Dies sah der Vorsitzende Richter Wiltschka genauso.

Der Tierquäler muss nun für ein halbes Jahr ins Gefängnis und darf für fünf weitere Jahre keine Tierhaltung mehr betreiben.


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Quelle: Neue Presse Coburg
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