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Illegaler Welpenhandel läuft oft nur übers Handy

 
 

28.07.2010 | 07:39 Uhr

Die Fälle von illegalem Welpenhandel nehmen im Burgenlandkreis zu. Beschafft werden Hunderassen, die gerade beliebt sind. Auch Patrick Daniel wollte unbedingt einen Boxer. 180 Euro wurden als Preis in der Anzeige genannt. “Bei dem Züchter in Cottbus hätte ich locker 200 Euro mehr hingelegt“, so Daniel. Als der Treffpunkt mit dem anonymen Händler schon vereinbart war, verhinderte seine Freundin den Kauf. Jetzt ist Daniel froh, denn sein nun doch beim Züchter gekaufter Boxer Bobo ist ein munteres, gesundes Tier.

Volkmar Schurig, Amtstierarzt im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Burgenlandkreises in Weißenfels, kennt das Problem. “Gegenwärtig sind wir an zwei Fällen dran“, so Schurig, “gerade ist ein dritter dazugekommen.“ Aber dem illegalen Welpenhandel den Riegel vorschieben, das ist sehr schwierig. Schurig: “Es ist keine Straftat, das ist es nur dann, wenn einem Tier erhebliches oder wiederholt erhebliches Leiden zugefügt wird. Und das muss nachgewiesen werden.“ Vor allem potenzielle Käufer können aber etwas tun: Auf keinen Fall bei unseriösen Händlern kaufen und das Veterinäramt informieren. “Das ist die einzige Chance“, so Schurig.

Woran aber erkennt man, dass ein Händler unseriös ist? Eva-Maria Bauer, Vorsitzende vom Tierschutzverein Zeitz und Leiterin des Tierheims, zählt auf: “Die Welpen werden oft über Annoncen angeboten, der Treffpunkt wird irgendwo per Handy vereinbart. 'Hundepensionen' bieten mehrere Rassen an. Die Elterntiere werden nicht gezeigt.“ Die meisten dieser Welpen kommen aus Polen und Tschechien. Meist werden sie im Kofferraum hergebracht, ohne Rücksicht auf Verluste. Sie stammen von Hündinnen, die bis zu dreimal im Jahr werfen müssen und werden oft für zehn Euro das Stück gekauft. “Die Welpen sind schlecht sozialisiert“, so Bauer, “weil sie der Mutter viel zu früh weggenommen werden, sind fast nie geimpft und oft krank.“ Im Zeitzer Tierheim landeten bereits solche Tiere. Auch ausgesetzte, die krank waren und zu hohe Tierarztkosten verursachten: Sie hatten Durchfall, waren abgemagert, einige hatten Beulen. Alle mussten behandelt werden.

“So lange Leute diese Welpen kaufen, hört es nicht auf.“

Bauer rät, sich unbedingt an einen seriösen Züchter zu wenden. Wenn es nicht unbedingt ein Rassehund sein muss, ist natürlich das Tierheim in Zeitz ein guter Anlaufpunkt. Im Weißenfelser Tierheim werden zurzeit keine Hunde gehalten. “Unsere Tiere sind geimpft, entwurmt, entflöht, auf Handicaps weisen wir hin“, so Bauer, “und wir beraten und helfen auch.“

Informationen, Hilfe und Rat: Amtstierarzt Volkmar Schurig: Tel. 03443 / 37 23 13 - Email: veterinaeramt@blk.de und Tierheim Zeitz: Tel. 03441 / 21 95 19

Quelle MZ-Web:
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