Update Januar 2026 - Manchmal werden sie einfach kaputtgemacht.
Kleine Hunde haben im Lager kaum eine Chance. Sie gehen unter. Sie werden übersehen. Und manchmal werden sie einfach kaputtgemacht.
Im Dezember wurde Grigor in eine andere Box umgesetzt. Eine Entscheidung der Lagerbetreiber. Ein Eingriff ohne Blick auf den Hund. Ein Wendepunkt. Ein Fehler. Dort traf er auf einen Rüden der ihn mehrfach attackierte und konsequent daran hinderte, an sein Futter zu kommen. Grigor zog sich zurück – das Futter war da, aber für ihn unerreichbar. Tag für Tag.
Als man ihn schließlich herausnahm, war Grigors Zustand nicht mehr zu übersehen: ausgemergelt, mit einer schweren Verletzung am Körper, so schlimm, dass die Bilder kaum auszuhalten sind. Ein Zustand, der nicht über Nacht entsteht. Und doch hatte im Lager niemand eingegriffen. Niemand.
Heute sitzt Grigor allein in einem Zwinger. Nicht aus Fürsorge, sondern weil die Folgen nicht länger zu ignorieren waren. Aber dieser Zwinger ist nur ein Provisorium. Ein Aufschub. Im Lager spielt Leid keine Rolle. Eine richtige medizinische Versorgung kostet Geld. Für Unterbringung und Versorgung wird gezahlt –wie wenig davon tatsächlich bei den Hunden ankommt, sieht man an Grigor.
In den letzten Wochen durften unsere Tierschützer ihn besuchen. Manchmal. Kurz. Zu kurz. Sie brachten Futter. Sie versorgten die Wunde. Sie blieben ruhig bei ihm. Gaben ihm etwas, das im Lager sonst nicht vorgesehen ist: Zeit, Zuwendung, Menschlichkeit. Und Grigor hat darauf reagiert. Er freut sich, wenn er sie sieht. Er lässt sich leichter anfassen. Er zeigt, dass er vertrauen kann, wenn man ihm Zeit und Respekt schenkt. Dass er kein „hoffnungsloser Fall“ ist, sondern ein verletzter Hund. Einer, der einfach zu lange niemanden hatte. Doch er ist weiterhin angespannt. Ein plötzliches Geräusch. Eine schnelle Bewegung. Und Grigor weicht zurück. Sein kleiner Körper erinnert sich.
Die Wunden sind inzwischen fast verheilt. Er nimmt langsam zu. Aber nur wegen dieser Besuche. Nur, weil jemand hinsieht.
Und nun die Frage, die weh tut: Was wird aus Grigor, wenn man ihn wieder dorthin zurückschickt, in einen Zwinger, in dem es einfach nicht passt? Wenn er wieder der ist, der ausweicht. Der schweigt. Der am Ende den Kürzeren zieht. Wenn er wieder das Opfer wird. Und diesmal niemand hinsieht. Wenn niemand Fotos macht? Wenn niemand sagt: Stopp. Grigor wurde diesmal bemerkt. Für einen Moment. Einmal. Doch ein Moment reicht nicht. Und Warten ist lebensgefährlich.
Ja, die Bilder seiner Wunde und des kleinen ausgemergelten Körpers sind schwer auszuhalten. Sie sollen es auch sein. Denn sie zeigen, was passiert, wenn ein kleiner Hund keine Stimme hat und niemand zuhört. Grigor darf nicht noch einmal übersehen werden. Nicht noch einmal.
Wie viele kleine Hunde verschwinden genau so? Leise. Unauffällig. Bis nichts mehr übrig ist.
Grigor darf nicht zurück in das, was ihn fast zerstört hätte. Mitleid hilft ihm nicht mehr. Ein Zuhause schon. Wenn Sie Grigor eine Chance geben möchten, sprechen Sie gerne mit seiner Vermittlerin.
Update November 2025 - Wir müssen nur lernen zuzuhören
Ein Hund, der seine kleine, lieblose Welt im Kreis abläuft, als müsste er mit jedem Schritt die Ränder seines Vertrauens neu vermessen. In seinem tristen Zwinger, den Grigor sich mit Nalthea und Sigrid teilt, wirkt Grigor wie ein stiller Wächter seiner eigenen Welt — einfach aus dem Wunsch, unversehrt zu bleiben; ein leiser Versuch, Kontrolle zu behalten in einer Umgebung, die ihm wenig Gewissheit schenkt.
Seine Botschaften sind klar, wenn man genau hinschaut: In unserer Gegenwart wirkt Grigor angespannt und zeigt durch Knurren, dass ihm etwas zu viel wird. Ein klares Signal: „Stopp. Hier ist meine Grenze.“ Wie eine gelbe Ampel bittet es um Rücksicht. Es ist die Stimme eines Hundes, der gelernt hat, sich selbst zu schützen, weil Vertrauen ihm früher einmal gefährlich erschien.
Im Umgang mit ihm zählt Feingefühl mehr als Aktion. Wir suchen Menschen, die diese feinen Töne hören: Menschen ohne kleine Kinder, die Ruhe, Geduld und Erfahrung mitbringen, idealerweise mit einem sicher eingezäunten Grundstück, wo Grigor in seinem Tempo beobachten, ankommen und selbst entscheiden kann, wann er Nähe zulassen möchte. Niemand soll ihn reparieren — nur begleiten. Schritt für Schritt kann aus Selbstschutz wieder eine Wahl werden.
Wer Grigors Sprache liest und ihr mit Respekt begegnet, darf vielleicht miterleben, wie aus sorgsam gewobenem Schutz vorsichtiges Vertrauen wächst. Ob er diesen Schritt geht, lässt sich nicht vorhersagen — gelingt es ihm, wird er nicht laut jubeln, sondern eher leise bleiben und dennoch verlässlich an deiner Seite sein.
Willst du hören, was Grigor sagt? Dann ruf die Vermittlerin an — sie freut sich auf deinen Anruf und erklärt dir gern die nächsten Schritte.
Grigor ist ein kleiner Rüde mit einer Schulterhöhe von etwa 42 cm, geboren am 1. Dezember 2021. Seit dem 1. September 2023 lebt er in einem italienischen Hundelager. Dort teilt er sich aktuell den Zwinger mit Teagan, einem freundlichen Rüden, mit dem er gut klarkommt.
Leider gehört Grigor zu jenen Hunden, deren Vergangenheit wir nicht kennen – nur ihre Spuren. Grigor ist ein Hund, der sich in Gegenwart von Menschen sehr unsicher und angespannt fühlt. Er wirkt wie dauerhaft in Alarmbereitschaft, lässt Berührungen nicht zu und zeigt deutlich, wenn ihm etwas zu viel wird. Wird er zu sehr bedrängt, verhält er sich „wie ein kleines Krokodil“. Was der kleine Kerl dringend braucht, ist ein ruhiger und sicherer Umgang.
Wir möchten ehrlich sein: Grigor ist kein „einfacher“ Hund. Noch nicht. Aber er ist auch kein hoffnungsloser Fall. Er ist einfach ein Hund, der seine eigene Zeit braucht – und jemanden, der ihn genau so nimmt, wie er ist. Ein geduldiger, erfahrener Mensch, der nichts von ihm erwartet, sondern ihm Sicherheit, Freiraum und Zeit schenkt, könnte der Schlüssel zu seiner Entwicklung sein.
Für Grigor suchen wir ein Zuhause ohne kleine Kinder, in einer ruhigen Umgebung, idealerweise mit sicher eingezäuntem Garten, in dem er beobachten, ankommen und selbst entscheiden kann, wann er Nähe zulassen möchte. Hundetrainer-Erfahrung, Traumahunde-Kompetenz oder einfach ein feines Gespür für die leisen Töne im Hundeverhalten wären ideal.
Mit anderen Hunden – zumindest mit ruhigen, nicht aufdringlichen Artgenossen – kommt Grigor gut zurecht. Ein souveräner Hundekumpel könnte ihm helfen, sich in kleinen Schritten zu öffnen.
Grigor braucht keine Mitleidsgeschichte – er braucht eine echte Chance. Wer bereit ist, ihn ohne Druck zu begleiten, ihn sein Tempo wählen zu lassen und seine Signale ernst zu nehmen, darf dann miterleben, wie aus dem „kleinen Krokodil“ ein richtiger kleiner Freund wird.
Bitte besuchen Sie Grigor auch auf unserer Homepage.