Tirvian ist der selbsternannte Sicherheitsbeauftragte seiner Box – auf Probe, ohne Ausbildung, aber mit vollem Einsatz. Er nimmt seinen Job ernst. Wenn jemand vor seinem Zwinger auftaucht, geht bei ihm innerlich sofort das Blaulicht an: „Unbekannte Person im Bereich! Mögliche Gefahr! System hochfahren!“ Er bellt, springt nach vorne, springt wieder zurück, bellt noch mal. Von außen wirkt das wie ein topmotivierter Werkschutz. In Wirklichkeit ist es eher der Sicherheitsbeauftragte, der nie richtig eingearbeitet wurde und jetzt aus Nervosität alle Alarmknöpfe gleichzeitig drückt – viel Lärm, aber harmlos.
Das Interessante: Mit einem zweiten Blick erkennt man, was der „Alarm“ wirklich bedeutet. Sein Dauer-Bellen ist kein Angriffsbefehl, sondern eine überzogene Gefahrenmeldung: „Lage unklar, ich sichere mal alles ab!“ Viel Show, wenig Absicht zur Eskalation. Dahinter steckt vor allem Überforderung – Distanz zu klein, Reizlage zu fremd, Input zu hoch. Ein übermotiviertes Meldesystem, das mangels Schulung jede Änderung zur Alarmstufe erklärt.
Und dann kommt das Einsatzteam (unsere Tierschützer) – sie nehmen die Meldung ernst, aber nicht persönlich. Kein Rückzug, keine Gegensirene, kein hektisches Aufschaukeln. Stattdessen: ruhige Einsatzlage, klare Ansprache, Leine anlegen nach SOP – sauber, bestimmt, ohne „Gegenkrach“. Für einen Hund wie Tirvian ist das ein völlig neues Protokoll: Deeskalation statt Rückkoppelung im Alarmkreis.
Er steht da, erst noch steif wie ein kleiner Wachposten, der nicht weiß, ob jetzt Beförderung oder Kündigung droht. Aber dann merkt er: Es passiert… nichts Schlimmes. Niemand schreit ihn an. Keiner tut ihm weh. Die Nähe bleibt, aber sie verletzt ihn nicht. Und mit jedem Atemzug fährt sein System ein bisschen herunter: Die Muskeln lassen nach. Die Augen hören auf, nur „Gefahr“ zu sehen, und beginnen, zu fragen: „Wer bist du eigentlich?“ Die Rute, vorhin noch stramm in Alarmstellung, fängt vorsichtig an zu wackeln.
Was Tirvian jetzt braucht, sind nicht Chefs, die selbst nervös werden, wenn die Sirene losgeht. Er braucht Einsatzleiter, die seine Meldungen annehmen, die Lage ruhig bewerten – und ihm zeigen, dass Nähe keine Gefahrenzone, sondern ein sicherer Bereich ist. Wenn der Mensch die Freigabe erteilt und die Situation „grün“ schaltet, darf er endlich umschalten: Sirene aus, Rute an. Sobald er merkt, dass jemand verlässlich die Einsatzleitung übernimmt, wird Nähe für ihn so angenehm, dass er sie mit wackelnder Rute quittiert. Wenn Sie ihm diesen sicheren Dienstposten geben möchten, melden Sie sich gern bei seiner Vermittlerin.
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