Update Februar 2026 - Menschisch A1 – Wiper sucht Lehrer
Guten Tag, bonjour, hola, hello – der wie auch immer man das hier sagt. Ich bin Wiper, Diplom-Quassler, zertifizierter Wortkünstler in Ausbildung und offizieller Teilnehmer am Sprachkurs „Menschisch für Fortgeschrittene (ohne Lehrer)“. Mein Kurs läuft so: Ich rede, alle starren, keiner korrigiert. Fortschritt? Sagen wir: Ich bin flüssig in Hoffnung, aber noch holprig in Grammatik. Und ohne Lehrer bleibt „Sitz!“ ein Rätsel, „Komm!“ ein Wunsch und „Wir gehen nach Hause“ reine Fantasie.
Zu mir: Die Tierschützer sagen, ich sei überschwänglich, lebhaft und neugierig – also quasi ein wandelndes Ausrufezeichen auf vier Pfoten. Ich bin sehr unternehmungslustig und nutze mein Maul zur Kommunikation (ich nenne das sprachliche Kreativität, andere nennen’s „Dauerdurchsage mit Schwanzwedel-Untertitel“). Wenn man mich lassen würde, hätte ich schon einen Podcast. Stattdessen hab ich Beton, Gitter und ein Echo, das meine Witze besser findet als die meisten hier. Ich nenne das kommunikative Ausdauerprüfung, die anderen sagen „Wiper redet zu viel“. Dabei will ich doch nur endlich fließend menschisch sprechen!
Mein Alltag im Lager ist ein bisschen wie ein Sprachlabor auf einem Industrieparkplatz: betonig, kalt, laut und seit Jahren unerträglich öde. Die Akustik: 1A für Echo, 0A für Gemütlichkeit. Das Einzige, was warm ist, ist mein Mitteilungsdrang. Ich übe täglich Sätze wie: „Guten Morgen, ich bin kein Möbelstück.“ „Könnten wir bitte das Kapitel *Zuhause* öffnen?“ „Achtung: Hund mit großen Gefühlen!“
Leider fehlen mir die Dialogpartner. Die Tierschützer kommen kurz vorbei, und ich gebe alles: Körpersprache, Mimik, Maul-Gestik, volle Dröhnung. Aber am Ende bleibe ich hier – und mein Sprachkurs bleibt ein Fernstudium ohne Abschluss.
Ich brauche dringend ein richtiges Sprachbad. Nicht „Wasserbad“ -Menschensprache-Bad! Jemanden, der mich jeden Tag in der Praxis trainiert: „Wiper, nein!“ „Oh, okay, verstanden, ich korrigiere mich.“ Oder „Wiper, komm!“ „Jawohl, ich komme mit Begeisterung und 90% Anlauf.“
Verstehen Sie? Ich bin motiviert. Ich brauche nur den richtigen Menschenpartner. Und ja, ich kann manchmal ein bisschen aufdringlich sein – aber das ist nur mein Lern-Eifer. Ich nenne das „Sprachkurs-Enthusiasmus“. Also, hier meine Bitte auf Höflichkeits-Niveau C2: Rufen Sie bitte meine Vermittlung. Ich packe schon mal die Vokabeln ein. Und das Herz. Und den Humor.
Merci, gracias, danke, bitte und hoffentlich bis bald - Ihr Wiper (Sprachniveau: „Sehr motiviert, dringend raus“)
PS: Achtung, wichtiges Vokabeltraining: „Wir nehmen Wiper“. Das sagen Sie bitte am Telefon zur Vermittlung. Ich übe derweil schon mal „Einzug“ statt „Endlos warten“.
Wiper - Möchte die Welt im Sturm erobern
Update Januar 2024 - Was soll ich nur tun, damit mir mal jemand zuhört? Wissen Sie, ich würde mich gerne unterhalten. Aber wo sind meine Manieren? Darf ich mich noch einmal kurz vorstellen? Ich heiße Wiper, bin als etwas überschwänglich, lebhaft und neugierig bekannt und versuche mich in der menschlichen Sprache zu üben. Aber mir fehlt der richtige Trainingspartner. Deshalb komme ich mit meinem Studium nicht so gut voran. Das ist mindestens so frustrierend wie die Umgebung, in der ich gefangen bin. Kalt, ungemütlich, laut und vor allem lieblos. Das einzige Highlight sind die kurzen Besuche der Tierschützer. Jedoch kann ich ihnen aufgrund mangelnden Trainings immer noch nicht mitteilen, dass ich hier weg möchte, da ich nicht hierher gehöre! Wären Sie vielleicht deshalb so freundlich meine Vermittlung anrufen und ihr mitzuteilen, dass ich zu Ihnen fahren werde? Und zwar am besten gleich mit dem nächsten Transport? Das wäre wirklich prima! Vielen Dank schon im Vorraus! Ihr Wiper
Sicherlich schauen Sie sich nicht ohne Grund Wipers Profil an. Vielleicht mögen Sie hellbraune Hunde? Oder Sie sind auf der Suche nach einem mittelgroßen Rüden? Vielleicht waren es aber auch Wipers tolle Augen und sein treuer Blick? Irgendwas hat Sie auf jeden Fall dazu veranlasst, ein bisschen näher hinzuschauen. Doch wir wissen ja alle - Aussehen ist nicht alles, denn die inneren Werte zählen. Aber wenn Sie sich bereits in den Anblick des knapp einjährigen Wiper verliebt haben, dann können Sie eigentlich schon direkt zum Telefon greifen, denn an seinem Charakter gibt es gar nichts auszusetzen. Wiper ist ein aufgeschlossener und neugieriger Rüde, der seine seltenen Besucher überschwänglich begrüßt. Getreu dem Motto „Auf die Plätze, fertig … Wann geht’s los?“ steht er tagein, tagaus hinter den Gitterstäben seiner Zelle und wartet voller Energie darauf, die Welt zu erkunden. Woher Wiper kommt und wie lange er schon eingesperrt ist, dazu haben wir keine Informationen. Aber eins ist klar: Ein energievoller, sozialer Junghund in seinem Alter möchte sicherlich mehr, als zwischen den Gitterstäben das Leben an sich vorbeiziehen zu sehen. Und das Leben schreitet schnell voran. Zu schnell.
Die freundliche Hundedame Tara leistet ihm zwar jeden Tag Gesellschaft, aber die Gittertüren vermag auch sie nicht zu öffnen. Dabei möchte der interessierte Wiper nichts lieber, als seine Pfotenspuren auf den Wegen der Welt zu hinterlassen und mit seiner Nase die Düfte des Lebens zu erschnüffeln. Am besten an der Seite eines Zweibeiners, der ihm auf diesem Wege das Einmaleins der Hunde beibringt. Denn so aufgeschlossen Wiper auch ist - eine Hundeschule hat er noch nicht besucht, aber er würde sich gerne zum Musterschüler entwickeln. Am liebsten würde er sich mit den Menschen unterhalten, denn das hat er schon gelernt: Die Menschen benutzen den Mund, um miteinander zu kommunizieren. Das bei Wiper allerdings nur Hündisch rauskommt, das hat er noch nicht ganz verstanden.
Sind Sie eine aktive Person und haben Wiper in Ihr Herz geschlossen? Dann zögern Sie nicht lange und rufen Sie an. Auf die Plätze, fertig…LOS!