Beschreibung: Lucius - glänzend ... nur leider am falschen Ort
Also gut. Ich stelle mich einfach selbst vor. Geht schneller. Ich heiße Lucius. Bedeutung: der Glänzende. Große Ansage, ich weiß. Passt auch. Wirklich. Zumindest theoretisch. Praktisch sitze ich seit März 2023 im Hundelager. Und jetzt haben wir 2026. Ich sag mal so: Ich glänze hier vor allem durch Ausdauer. Und durch sehr konstantes Rumsitzen. Auch eine Art Talent, oder?
Ich kam hier an, da war ich ein Jahr alt. Ein Jahr! Also genau das Alter, in dem man durch Wälder flitzt, Unsinn macht, Menschen nervt und das Leben feiert. Stattdessen: Beton. Gitter. Warten. Ich habe also mein ganzes Leben … im Standgas verbracht. Und nicht mal mit eingelegtem Gang. Beeindruckend ineffizient, wenn du mich fragst.
Und das ist eigentlich das größte Problem. Ich bin nämlich keiner für Standgas. Ich habe Terrierblut. Ich bin lebhaft. Ich habe Energie. Viel Energie. So viel, dass ich manchmal selbst denke: „Lucius, vielleicht einen Gang runter?“ Und dann denke ich: „Ach was. Später.“ Ich bin gesellig. Ich bin der Typ Hund, der sagt: „Komm, wir machen was!“ Nur: Hier gibt es nichts zu machen. Also mache ich … nichts. Aber das sehr konsequent.
Ich laufe meine Zwingerrunden. Ich gehe zurück. Ich schaue. Ich warte. Ich gehe die gleiche Strecke nochmal. Ich kenne hier wirklich alles. Wenn es Führungen gäbe – ich würde sie anbieten. Ich habe Energie. Und keinen Ort, sie hinzupacken. Das ist so, als hättest du den ganzen Tag Zeit, willst raus, willst etwas erleben – und jemand sagt: „Heute nicht. Morgen vielleicht.“ Und morgen ist wieder heute. (Ich habe das überprüft. Mehrmals.)
Aber gut. Ich bin keiner, der den Kopf hängen lässt. Ich bin super mit Menschen. Wirklich. Gesellig – vielleicht ein kleines bisschen zu gesellig. Wenn die Tierschützer kommen, bin ich da. Ich suche Kontakt. Ich freue mich. Vielleicht manchmal ein bisschen zu sehr. Ich arbeite dran. Also… theoretisch. Ich bin kein „Ich warte mal ab“-Hund. Ich bin eher: „Hallo! Ich bin da! Schön, dass du da bist – was machen wir jetzt?“ Und dann passiert … nichts. Sie gehen. Ich bleibe. (Plot Twist: Ich bleibe immer.)
An der Leine laufe ich übrigens- Also… wir bewegen uns gemeinsam nach vorne. Nur nicht immer in dieselbe Richtung. Mit meinen Mädels im Zwinger klappt es gut. Wir wohnen zusammen, das funktioniert. Bei anderen Rüden? Sagen wir so: Ich bin vermutlich kein Fan von deren Macho-Gehabe. Aber ehrlich – ich weiß es gar nicht mehr so genau. Ich habe seit Jahren keinen mehr getroffen. Ich wäre lernfähig. Wirklich. Ich hatte nur nie die Chance dazu. Eigentlich hatte ich hier nie die Chance, irgendetwas richtig zu lernen.
Was ich gelernt habe: Warten. Was ich nicht gelernt habe: Leben. Und das ist schon irgendwie schräg – wenn man bedenkt, dass ich genau dafür gemacht bin. Ich sag dir ehrlich: Ich hätte langsam richtig Lust, mein „glänzend“ sinnvoll einzusetzen. Nicht für Gitter. Sondern für dich. Ich bin ein Hund, der Leben reinbringt. Vielleicht manchmal ein bisschen zu viel. Aber genau dafür gibt es doch hoffentlich irgendwo Menschen, die sagen: „Ja, der ist ein bisschen drüber. Perfekt. Nehm ich.“
Ein Teil von mir glaubt immer noch: Vielleicht passiert jetzt endlich etwas. Vielleicht bist du das. Weil du das hier gerade liest. Wenn du jemanden suchst, der dich nicht nur begleitet, sondern dein Leben ein bisschen durcheinanderwirbelt – im besten Sinne – dann ruf meine Vermittlerin an.
Ich habe lange genug gewartet. Ich bin bereit. Und mein Glanz … der wartet nur darauf, endlich rauszudürfen.
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