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Name: Lana

Rasse:Mischling
Geschlecht:Hündin
Alter: 1.9.2020
Farbe:hellbraun gestromt
Schulterhöhe:ca. 55 cm 20 kg
Kastriert/Sterilisiert:Ja
Impfungen:Ja
Mittelmeercheck:Ja
Handicap:sonstige Behinderung
katzenverträglich:Ja
Krankheiten:keine bekannt, 1 u. 2 MMC ja komplett negativ, Hirnbalken Agenesie
Patenschaft gesucht:Möchten Sie mein Pate werden?
Zuordnung: (Größe):Mischling-gross
Lebensabschnitt:Jungtier
    
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Charakter:

Hundeerfahrene Katzen ja
Kinder ab 15 Jahren
Rüden und Hündinnen ja
 

weitere Bilder:

Video:







Beschreibung:

Lana – zutiefst erschütternde Diagnose für die Junghündin mit Löwenherz

Update Mai 2022
Nach Kardio-Check und Blutuntersuchung im Februar wurde Lana auf das Medikament Sotalol (Beta-Blocker) eingestellt. 2 x täglich in einer Leberwurstkugel verpackt, geht das völlig problemlos. Anfang April zeigte sich bei einem 10-Minuten EKG, dass sich die Arrhythmien ganz deutlich verbessert haben und Lana jetzt narkosefähig ist! Die Kieferkorrektur sollte nun vorgenommen werden. Da zur Risikominimierung ein mitlaufendes EKG sowie ein Notfallmanagement gegeben sein müssen, wollten wir dies in einer Klinik mit dem nötigen Equipment realisieren.
Es kam jedoch anders: Kurz darauf erlitt Lana den ersten von mehreren schweren Krampfanfällen. Wir bekamen einen Termin für Ende April in einer 100 km entfernten Fachklinik, um unsere Maus noch einmal auf den Kopf stellen zu lassen. Andere hätten vielleicht wegen der enormen Kosten schon aufgegeben, aber wir wollten und mussten es wissen. Wachdiagnostik: Noch einmal umfassende klinische und neurologische Untersuchungen, noch einmal Gangbildanalyse, Ultraschall des Bauchraums, detaillierte Blutuntersuchungen und vor allem: Ein MRT des Schädels mit Kontrastmittelgabe. Letzteres wurde, neben einer Liquorpunktion, unter Narkose durchgeführt.

Das Ergebnis ist so ungewöhnlich wie niederschmetternd:
Lana leidet unter einer angeborenen Fehlbildung des Gehirns, einer Corpus callosum Agenesie (CCA). Das bedeutet in einfachen Worten: Der Hirnbalken (bestehend aus Millionen Nervenfasern), der normalerweise die rechte und linke Gehirnhälfte verbindet, fehlt ganz oder teilweise. Bei Lana ist beides der Fall: Ein Teil des Balkens ist gar nicht ausgebildet, andere Areale sind unterentwickelt. In der Veterinär-Literatur ist diese Erkrankung nicht sehr häufig beschrieben, da sie so selten ist. Selbst die Tierärzte in der Klinik wussten nicht sofort, was genau sie da im MRT sahen. Fakt ist, die beiden Hirnhälften können ohne den Hirnbalken nicht bzw. nur unzureichend kommunizieren, was zu einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome führt, die nicht bei jedem Patienten identisch sind. Außerdem ist die Erkrankung progressiver Natur, entwickelt sich also kontinuierlich weiter.

Bei Lana haben sich bisher ein häufiges Kreiswandern, Jagen der eigenen Rute bei Aufregung und eine Ataxie (neurologische Störung der Bewegungsabläufe und -koordination) entwickelt. Sie rudert beim Traben mit den Vorderläufen, die Bewegungen werden zu ausladend ausgeführt (Hypermetrie). Krampfanfälle sowie reduzierte Lernfähigkeit gehören zum Krankheitsbild der CCA. Auch eine hohe Stressanfälligkeit – durchaus auch durch positiven Stress – ist beschrieben.
Der Hirnbalken lässt sich nicht rekonstruieren, deshalb richtet sich die Behandlung nach den Beschwerden aus: Lana bekommt nun täglich ein Medikament gegen die Krampfanfälle. Der Serumspiegel wird in 4 Wochen überprüft. Sie bekommt weiterhin ihr Herzmedikament sowie einen Vitamin-Komplex. Die Pflegestelle kennt unser Sorgenkind inzwischen sehr gut und wird auf jede Veränderung genau achten.

Nach diesen furchtbaren Neuigkeiten möchten wir jedoch nicht versäumen, folgendes zu sagen: Es gibt einerseits die Diagnostik, die Laborwerte, das Papier. Und es gibt andererseits diese junge Hündin, die sich gegen alle Hindernisse an ihr kostbares Leben klammert: Lana ist nach wie vor eine fröhliche Rennsemmel, die aus purer Bewegungsfreude über die Wiesen flitzt und im Freilauf übrigens traumhaft zuverlässig ist! Im Alltag ist sie manchmal tollpatschig oder weiß nicht, wie man „angemessen“ reagiert. Deshalb wirkt sie zuweilen distanzlos oder sogar etwas aufdringlich, wenn sie etwas einfordert. Sie reagiert öfters atypisch auf harmlose Dinge wie z.B. Kleidungsstücke oder bestimmte Bewegungen. Ihre schwere körperliche und geistige Behinderung gibt uns jedoch einen neuen Blickwinkel darauf: Lana kann es einfach nicht besser oder anders; sie gibt sich aber unendliche Mühe, diese Dinge zu managen! Sie kann inzwischen „Sitz“ „Bleib“ und „Komm“ umsetzen, geht trotz ihrer Koordinationsprobleme täglich eine Wendeltreppe hoch und runter, weil sie unbedingt bei ihrem Pflegepapa kuscheln möchte. Oder sie setzt sich in Zeitlupe hin (weil der Bewegungsablauf schwierig für sie ist), sieht mit großen Augen ihre Leute an und erwartet die wohlverdiente Belohnung für ihr freiwillig! aufgeführtes Kunststück.

Lana rührt uns sehr mit ihrem Überlebenswillen. Deshalb tun wir alles, damit ihr Leben so lange wie möglich lebenswert bleibt. Natürlich wäre ein sehr ruhiges, stressarmes Zuhause ohne andere Hunde, in dem sie der Mittelpunkt ist, ideal. Wir wünschen uns das sehr für sie, aber es ist die berühmte Stecknadel im Heuhaufen…Lana ist nicht einfach und doch so unkompliziert, wenn man sich auf sie einlässt und einige Dinge mitbringt.
Der unbehandelt verheilte Kieferbruch hat nichts mit der CCA zu tun, sondern ist die Folge eines zusätzlich erlittenen Traumas. Da die Korrektur unter entsprechendem Management nun möglich ist, werden wir das sobald wie möglich in Angriff nehmen. Zunächst beobachten wir aber, wie Lana auf die neue Medikation anspricht, da Krampfanfälle ein zusätzliches Narkoserisiko bergen.



Update 16.10.21 – Neues von Lana
Lana wurde am 11. Oktober in der Klinik komplett neurologisch untersucht; es zeigten sich hierbei keinerlei Auffälligkeiten. Deshalb sehen wir von der angedachten CT des Schädels ab. Wir werden die Süße Ende des Monats einem Zahnspezialisten vorstellen, um auch bezüglich ihres Kiefers alle diagnostischen bzw. therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen und nichts zu übersehen.


Lana, was hat man dir nur angetan?! Du solltest sterben…

Als wir von ihrer Existenz erfuhren, war Lana laut Aussage der Canile-Mitarbeiter etwa 8 Monate alt. Der Kieferbruch, mit dem sie dort eingeliefert wurde, sei inzwischen (unbehandelt!) verheilt. Als Überbleibsel dieser Verletzung schlabbert Lana etwas beim fressen, weil ihr mal ein paar Bröckchen daneben fallen, sagte man uns.

Wir nahmen das fröhliche, agile Mädchen in die Vermittlung auf. Als auf HOPE ein Platz frei wurde, holten wir Lana sofort aus dem Canile. Nun konnte sie zumindest im Freilauf toben und hatte menschlichen Zuspruch. Es ist jedoch in einer Auffangstation mit 2 Pflegerinnen für alle Bewohner nicht möglich, den Fokus so intensiv auf einen einzelnen Hund zu legen wie auf einer PS in Deutschland mit Ganztagsbetreuung.

Als Lana Mitte August bei ihrer Pflegefamilie eintraf, kam der Punkt, an dem wir ihre Geschichte umschreiben mussten: Es zeigte sich bald, dass die Kleine trotz uneingeschränkter Mobilität ein auffälliges Gangbild hat. Wir stellten Lana deshalb zeitnah unserem renommierten Orthopäden vor, der sie unter Narkose röntgte – selbstverständlich auch ihren Kiefer und Schädel. Die Resultate:Orthopädisch ist alles in Ordnung, Ellenbogen, Hüften und Knie einwandfrei. Aber alle(!) Wachstumsfugen sind noch offen. Das bedeutet, dass Lana deutlich jünger ist als auf dem Papier. Der zuständige Veterinär auf Sardinien legt grundsätzlich das Alter fest und gemäß Ausweis ist sie 1 Jahr alt. Tatsächlich jedoch erst etwa 7-8 Monate.
Lanas Gebiss weist alle Zähne auf, jedoch stehen Ober- und Unterkiefer so schräg zueinander, dass sie sich den unteren Fangzahn beim fressen entweder in den Gaumen drückt oder damit den oberen Fangzahn berührt. Das ist schmerzhaft! Deshalb darf Lana keinesfalls Trockenfutter bekommen oder auf etwas Hartem kauen. Letzteres ist gerade für einen Junghund, der noch ein starkes Nagebedürfnis hat, die Höchststrafe.
Die Zunge weist einen tiefen horizontalen Riss weiter hinten auf. Dort fehlt Gewebe. Wir können nur vermuten, dass dies entweder eine Folge des Kieferbruchs ist (draufbeißen) oder direkt dabei passiert ist.

Da Lanas Knochenbau komplett in Ordnung ist und weder Narben noch alte Verletzungen sichtbar sind, können wir einen (Auto)Unfall ausschließen. Unser Orthopäde vermutet, dass das auffällige Gangbild eine neurologische Ursache hat und rät zu einer Computertomografie des Schädels. Das Röntgenbild konnte hierüber keinen Aufschluss geben. Es ist beinahe Gewissheit, WIE Lana sich den Kieferbruch zugezogen hat, nachdem ein Unfall nicht in Frage kommt:

Entweder durch einen brutalen Fußtritt vor den Kopf oder einen heftigen Schlag mit einem harten Gegenstand (Schaufel, Brett…), um sich ihrer zu entledigen. Und das wurde Lana angetan, als sie noch ein Baby war!! Leider sind solche Gräueltaten noch immer eine Methode, sich ungewollter Welpen zu entledigen. Lana hat so gut wie sicher eine schwere Misshandlung und ein Trauma wie durch ein Wunder überlebt! Wir wagen uns kaum vorzustellen, was sie als Welpe durchlitten hat...



Es ist unglaublich, dass sie trotzdem so ein fröhliches, aufgeschlossenes Mädchen ist. Altersbedingt hat sie ein ausgeprägtes Lauf- und Bewegungsbedürfnis und kommt noch nicht schnell „runter“. Sie geht schon prima an der Schleppleine, findet Spaziergänge spannend, tobt und rennt durch den Garten, beschäftigt sich unermüdlich mit ihren Spielzeugen. Lana ist stubenrein und hat, wie jeder Teenager, viele kreative Ideen. Im Haus fordert sie - etwas tollpatschig und persönlich - die Katzen zum Spielen nach Hundeart auf, da muss man ihr zuweilen Einhalt gebieten. Um Kiefer und Zähne zu schonen, wird sie schlicht aus einer weichen, biegsamen Schüssel gefüttert. Das klappt wunderbar - Lana verputzt jede Mahlzeit mit Begeisterung, es bleibt nicht ein Häppchen übrig.



Nun versuchen wir, uns per CT Gewissheit darüber zu verschaffen, ob Lanas Gehirn bei dem Vorfall auch Schaden genommen hat (Knochensplitter, Quetschung etc.) und eventuell das Gangbild erklärt. Der Termin zur Erstvorstellung in der Klinik ist für den 11. Oktober angesetzt, dann erst wird die Untersuchung terminiert. Wir haben auf eine schnellere Abklärung gehofft, müssen uns aber leider gedulden. Drückt der tapferen Maus bitte die Daumen! Wir melden uns danach mit Neuigkeiten zurück.

Ansprechpartnerin für die Vermittlung:
Karin Loebnitz
Mobil: 0177/ 7003377
E-Mail k.loebnitz(at)saving-dogs.de



Die Angaben zur Körpergröße sind geschätzt. Gewichts- und Altersangaben können, in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Feststellung, abweichen.

Sofern "unbekannt" angegeben ist, kann saving-dogs leider keine näheren Angaben machen.

Krankheiten geben wir grundsätzlich an, sofern sie uns bekannt sind. Bisher unerkannte Krankheiten können wir nicht ausschließen.  




STATUS: * suchend *

weitere Informationen zu Lana:

Datum: Mi, 18.05.22, 16:13 - Besucher: 422
Schutzgebühr: Meine Transportgebühr wurde gespendet durch Margitta B.
Vermittlungsbereich: Deutschland + Österreich + Schweiz - Aufenthaltsort: Deutschland, PS Radevormwald - (Vereins)-Sitz: 42349 Wuppertal

 

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