Beschreibung: Oliverio - ohne Anklage hinter Gittern
Update April 2026 - Die Wand antwortet nicht mehr
An dieser Wand wurden einmal Striche gezählt. Einer für jeden Tag, einer für jede Nacht. Die Wand hat alles gesehen. Auch Oliverio. Den kleinen Welpen mit den schiefen Hinterbeinen, der nicht so recht wusste, wohin mit sich. Die ersten vorsichtigen Schritte. Das Beobachten. Das Anpassen. Und irgendwann wurde es ruhiger.
Die Striche sind geblieben. Aber sie haben aufgehört, etwas zu verändern. Die Wand zählt nicht mehr wirklich mit. Sie steht einfach da.
Was sie nicht zeigen kann: was in der Zeit dazwischen passiert ist. Oliverio ist gewachsen. Nicht nur ein bisschen. Er hat gelernt, mit anderen zu leben – eng nebeneinander, ohne Konflikte. Mit Rüden, mit Hündinnen. Er weiß, wie man sich bewegt, ohne anzuecken. Und dass es manchmal leichter ist, sich einzufügen als sich durchzusetzen. Sogar Katzen bringen ihn nicht aus dem Konzept. Die Wand kann das nicht erzählen.
Sie zeigt nur das, was auffällt: seinen Gang. Die Hinterhand. Das Auge. Alles Dinge, die sichtbar sind. Aber nicht das, was wirklich zählt. Nicht, dass er innehält, wenn etwas neu ist. Dass er schaut, abwägt, kurz zögert – und dann doch den Schritt macht. Die Wand antwortet nicht mehr.
Aber Oliverio schon. Leise. Geduldig. Jeden Tag. Indem er einfach mitläuft. Und zeigt, dass er längst bereit ist, für einen Ort, an dem nicht die Striche zählen – sondern das, was dazwischen passiert.
Wenn Sie sich vorstellen können, genau so ein Ort zu sein, dann melden Sie sich bei seiner Vermittlerin. Oder erzählen Sie jemandem von ihm.
Ein neues Jahr bricht an. Nein, diesmal nicht nur kalendarisch. Für Oliverio ist bereits sein 2. Jahr im Hundegefängnis angebrochen. Anders als Häftlinge in Alcatraz kann er keine Striche an die Betonwand in seiner Zelle malen. Aber zählen kann er.
Wenn er abends in seiner Zelle liegt, um ihn herum das verzweifelte Bellen und Jaulen all seiner Mitgefangenen, dann zählt er die Tage und Nächte, die er bereits an diesem Ort verbracht hat. An Weihnachten 2025 waren es 455 Tage und Nächte.
Genau wie die Häftlinge in Alcatraz werden auch die Hunde bei ihrer Ankunft im Hundegefängnis für ihre „Akte“ fotografiert und katalogisiert. Auf Oliverios Fotos sieht man einen kaum 4 Monate alten Welpen. Knuffig und kuschelig, wie alle Hundekinder in diesem Alter.
Normalerweise möchte man diese süßen Hundekinder einfach nur knuddeln und streicheln und sich mit Welpenküsschen dafür belohnen lassen. Normalerweise! Als Oliverio ins Hundegefängnis kam, war es mit dem Knuddeln und Streicheln vorbei – und vielleicht hat es auch nie stattgefunden.
In seiner Akte steht, er sei auf der Straße aufgelesen worden, wo er wohl in einen Autounfall verwickelt worden war. Vielleicht wurde er dadurch von seiner Mama und seinen Geschwistern getrennt. Vielleicht war er auch bereits alleine unterwegs und musste sich tapfer durchschlagen. Wir wissen es nicht.
Oliverios Hinterbeine sind leicht deformiert und x-förmig. Als Welpe hatte er dadurch einen seltsamen Gang. Im Laufe der Zeit hat sich dieser stabilisiert, fällt aber noch immer ins Auge. X-Beine oder nicht – für Oliverio ist das kein Grund, nicht zum Musterschüler an der Leine zu werden.
Im Hundegefängnis muss man schnell lernen, denn die Lehrstunden durch die Tierschützer sind begrenzt. So hat Oliverio gezeigt, wie gut seine Auffassungsgabe ist, und diese Lektion schnell bestanden.
In seiner Box ist er bei seinen Freunden und Freundinnen sehr beliebt. Er versteht ihre Signale, weiß, wann gemeinsames Spiel angesagt ist und wann Distanz gewünscht wird. Auch auf engstem Raum sind diese Spielregeln für ein harmonisches Zusammenleben unerlässlich – und Oliverio weiß, wie sie zu befolgen sind.
Das ist im Hundegefängnis wichtig, denn Einzelgänger haben es doppelt schwer, den monotonen Alltag zu überstehen.
Wenn die Tierschützer kommen und Abwechslung in den tristen Alltag bringen, überwiegt bei Oliverio die Neugier. Anfangs, als Hundekind, war er noch etwas schüchtern, aber inzwischen weiß er, dass die Tierschützer es gut mit ihm meinen und auch häufig Streicheleinheiten im Gepäck haben.
Diese will sich Oliverio auf keinen Fall entgehen lassen und begrüßt sie freudig schwanzwedelnd.
Wenn man sich die aktuellen Fotos seiner „Akte“ anschaut, mag man kaum glauben, dass bereits 455 imaginäre Striche seine Zellenwand zieren. Was wird passieren, wenn niemand auf ihn aufmerksam wird?
Wir können es Ihnen sagen, liebe Leser: Dann werden immer weitere imaginäre Striche hinzukommen, bis Oliverio diese Welt verlässt.
Oliverio, der so fleißig an der Leine geübt hat.
Oliverio, der so ein höflicher Zellengenosse und guter Freund ist.
Oliverio, der sich so sehr über Besuch und Streicheleinheiten freut.
Oliverio, der ohne jegliche Anklage hinter den Gittern sitzt.
Es ist an Ihnen, dieser imaginären Strichliste ein Ende zu setzen. Rufen Sie hierzu einfach Oliverios Vermittlerin an.
Bitte besuchen Sie Oliverio auch auf unserer Homepage.
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