Beschreibung: Pollard - Postkarte mit wenig Himmel
Update Februar 2026 – Postkarte mit wenig Himmel
Motiv vorne: Beton in Grau. Gitter in Silber. Ein Stück Himmel, das aussieht wie ein Irrtum. Motiv vorne, kleiner Ausschnitt:Pollard. Brustfell hell, Blick leise.
Rückseite: Liebe Menschen, normalerweise schickt man Postkarten von Orten, an denen man bleiben möchte. Ich schicke sie von einem Ort, an dem man nicht sein sollte. Man hat hier keine Adresse, die man gern angibt. Trotzdem hat dieser Platz eine: ein Zwinger, ein paar Quadratmeter, ein Alltag aus Geräuschen, die nie aufhören, und Pausen, die nie richtig beginnen. Wenn man hier lange genug sitzt, wird der Tag nicht mehr „Montag“ oder „Sommer“. Er wird „wieder“.
Ich bin Pollard. Viel mehr steht in meiner Akte nicht. Mein „davor“ ist ein leerer Abschnitt, wie eine Postkarte ohne Text: man ahnt, dass es eine Landschaft gab, aber sie wurde nie beschrieben. Was ich weiß: Ich war ungefähr zwei Jahre alt, als ich hierherkam. Und jetzt ist es bald ein Jahr, dass ich hier sitze. Das ist eine lange Zeit, wenn man jung ist. Eine Zeit, in der man eigentlich lernen sollte, dass die Welt groß ist und freundlich. Hier lernt man eher, dass man klein bleiben muss.
Es gibt eine neue Zeile, die man hinzufügen kann: Ich teile meine Box jetzt mit Yvana und Deepak. Wir sind zu dritt in einer Welt, die für keinen von uns gebaut ist. Aber es funktioniert. Wir verstehen uns gut.
Und dann passiert bei Besuch der Tierschützer etwas, das vielleicht unscheinbar klingt, hier drin aber viel bedeutet: Ich bin noch schüchtern. Ja. Das stimmt. Aber ich bin auch lieb, und ich lasse Nähe zu. Ich lasse mich gut und problemlos anfassen und streicheln. Ich renne nicht los, ich mache kein Tamtam. Manchmal hält mein Körper kurz an, so wie ein Satzzeichen. Und dann bleibe ich da.
Vielleicht ist das der eigentliche Inhalt dieser Postkarte: Ich bin noch erreichbar. Im Lager ist das keine Selbstverständlichkeit. Das hier ist ein Ort, der Hunde lehrt, dass Hoffen anstrengend ist. Man kann sich daran gewöhnen, nichts zu erwarten. Man kann lernen, Berührung zu vermeiden. Man kann sich abstellen wie ein Licht. Und trotzdem habe ich dieses Licht noch nicht ausgemacht.
Wenn ich mir etwas wünschen darf, dann nicht „alles“. Nur das, was für andere Hunde banal ist: ein Zuhause, in dem Hände verlässlich sind. Eine Stimme, die gleich bleibt. Ein Tag, der nicht „wieder“ heißt, sondern morgens anfängt und abends gut endet. Menschen, die nicht enttäuscht sind, wenn ich am Anfang eher neben ihnen existiere, statt mitten in ihnen. Menschen, die Geduld nicht als Test verstehen, sondern als Sprache.
Wenn Sie eine Postkarte lesen können, die nicht nach Urlaub klingt, und trotzdem denken: „Genau dich möchte ich haben“, dann melden Sie sich bitte bei meiner Vermittlerin. Dann wird aus dieser Adresse endlich eine alte.
Kleine Fußnote (weil Regeln hier schneller sind als Freiheit): Wegen meiner kurzen Rute darf ich leider **nicht in die Schweiz** ziehen.
Viele Grüße – und danke fürs Lesen. Pollard
Pollard - Wer zaubert ihm ein Lächeln ins Gesicht?
Traurig sitzt Pollard in seinem Käfig und schaut durch die Gitterstäbe. Fast scheint es so, als frage er sich: „Komme ich hier jemals wieder raus? Gibt es für mich eine Welt da draußen jenseits der Gitterstäbe?“
Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um dir diese Fragen mit „Ja“ zu beantworten. Bitte gib die Hoffnung nicht auf, lieber Pollard. Jetzt bekommst du eine eigene Vorstellungsseite, damit dich ganz bald ein lieber Mensch da draußen entdeckt und dir die Welt jenseits der Gitterstäbe zeigt.
Seit drei Monaten (Stand Juli 2025) lebt Pollard in einem der schrecklichsten aller Hundelager, einer unter vielen, die dort einfach weggesperrt und sich selbst überlassen werden. Wie Pollard dort gelandet ist, wo er vorher gelebt hat? Auf diese Fragen haben wir keine Antwort, denn Pollards Geschichte ist wie ein unbeschriebenes Blatt, das es nun zu füllen gilt, mit hoffentlich ganz vielen schönen Geschichten und einem großen Happy End.
Aktuell teilt sich Pollard die karge Betonbox mit Talitha. So ist er wenigstens nicht allein und einsam seinem schrecklichen Schicksal überlassen. Pollard ist ein eher zurückhaltender und schüchterner Hund, der Berührungen anfangs fürchtet. Merkt Pollard dann aber, dass ihm keine Gefahr droht, läuft er nicht mehr weg und lässt sich sogar anfassen. Was mag der arme Kerl nur Schlimmes erlebt haben? Gerne möchte er Vertrauen zu uns Menschen fassen.
Pollards Name bedeutet übrigens „gekappter Baum“. Und so fühlt sich der liebe Pollard in seinem Käfig – gekappt von einem hundewürdigen Leben in Freiheit. Aber in der Natur wird ein Pollardbaum beschnitten, um ein dichtes Wachstum neuer Triebe und Blätter anzuregen. Und das ist es, was wir Pollard von ganzem Herzen wünschen: dass er endlich in seinem Leben gedeihen und sich entfalten darf!
Für Pollard suchen wir „seine“ Menschen, die ihm Zeit geben anzukommen und ihn Schritt für Schritt in seinem Tempo in sein neues Leben ohne Furcht, dafür aber mit viel Zuversicht begleiten. So weiß wie Pollards Brustfell strahlt, könnte dann auch wieder sein Leben strahlen, vielleicht das erste Mal in seinem Leben.
Möchten Sie Pollards Leben zum Strahlen bringen, ihm ein anfangs vielleicht klitzekleines Lächeln ins Gesicht zaubern? Erleben, wie das erste Mal sein Stummelschwänzchen vorsichtig wedelt, da Pollard sein Glück kaum fassen kann? Das werden bestimmt unbezahlbare Momente sein, die es gemeinsam zu erleben gilt.
Wenn Sie dies alles miterleben möchten, wenden Sie sich bitte an Pollards Vermittlerin, damit sie Pollards Ticket zu Ihnen buchen kann.
Da Pollard eine kurze Rute hat, darf er leider nicht in die Schweiz ziehen.
Besuchen Sie Pollard auch auf unserer Homepage www.pro-canalba.eu