Folquet ist 2021 als Welpe im Lager gelandet. Das ist der Punkt, an dem viele Menschen kurz schlucken – und dann weiterlesen. Für Folquet ist es der Punkt, an dem ein Hundeleben falsch abgebogen ist: nicht, weil er „Pech“ hatte, sondern weil dieses System so funktioniert. Hunde werden eingesammelt, weggesperrt, verwaltet. Und solange sie dort sitzen, verdient jemand daran. Nicht an Fürsorge, sondern an Dauer.
Folquet ist ein Maremmano Mischling – genau die Sorte Hund, die eigentlich etwas können sollte: beobachten, einschätzen, sich binden, Verantwortung tragen. Herdenschutzhunde sind klug, eigenständig, sensibel. Im Lager wird daraus nicht „ein besonders robuster Hund“. Im Lager wird daraus ein Hund, der lernt, klein zu werden. Wer keinen Raum hat, wird nicht gelassener – er wird vorsichtiger. Wer keine Sicherheit bekommt, wird wird still.
Eine Sache hat sich seit dem letzten Bericht entscheidend verändert: Man hat Folquet von seinem Bruder getrennt. Die beiden waren Hundekinder, als sie ins Lager kamen. Wenn zwei junge Hunde dort überhaupt etwas haben, das sie trägt, dann ist es oft der andere. Genau das hat man ihnen genommen – nicht weil es sinnvoll wäre, sondern weil Hunde dort wie Gegenstände verschoben werden. Den einen vertrauten Körper in einer fremden Welt. Dass man die beiden auseinandergerissen hat, ist nicht einfach nur Organisationslogik. Es ist ein weiterer Verlust, den kein Hund „wegsteckt“, nur weil er keine Worte dafür hat. Folquet sitzt jetzt ohne diesen einen vertrauten Fixpunkt. Aktuell teilt er sich den Zwinger mit Frieder und Daigle. Das zeigt: Folquet ist kein Hund, der Stress macht. Er lebt mit anderen zusammen – unter Bedingungen, die für jeden Hund unerquicklich sind – und trotzdem eskaliert er nicht. Das ist keine Kleinigkeit.
Dazu kommt eine neue Information, die man ernst nehmen muss: Folquets Hinterpfoten sind nach außen gedreht (Fehlstellung der Hinterläufe). Im Lager ist so etwas nur ein weiterer Eintrag in einer Liste – wenn überhaupt. Im Lager wird so etwas nicht behandelt, sondern einfach „mitverwahrt. Im echten Leben ist es etwas, das man anschauen und behandeln kann: Check beim Tierarzt/Orthopädie, ggf. Physio, kontrollierter Muskelaufbau. Kurz: eine echte Chance, dass es besser wird, statt einfach „so zu bleiben“.
Für Folquet suchen wir Menschen, die nicht auf den perfekten Hund warten, sondern bereit sind, einem Hund überhaupt erst die Grundlagen beizubringen: Sicherheit, Tagesstruktur, gute Erfahrungen. Menschen, die Herdenschutzhunde nicht „unterordnen“ wollen, sondern verstehen, wie man ihnen fair Grenzen gibt und trotzdem Vertrauen aufbaut. Ruhiges Umfeld, idealerweise ländlich, sicher eingezäunt – und Geduld, die nicht nach drei Tagen endet.
Wenn Sie sich vorstellen können, Folquet da rauszuholen, lesen Sie bitte unsere Infos zu Herdenschutzhunden: https://www.pro-canalba.eu/auslandstierschutz/herdenschutzhunde/
Und melden Sie sich bei seiner Vermittlung. Folquet ist nicht zu spät. Aber er ist zu lange dort.
Folquet - Für immer zusammen?
Sie sitzen da, als trügen sie die Last der ganzen Welt auf ihren Schultern.
Bitte, liebe Leserinnen und Leser, verstehen Sie mich nicht falsch – ALLE Hunde in diesen Lagern leiden unter den grausamen Bedingungen, die ihnen zugemutet werden. Und doch scheinen manche es noch viel schwerer zu haben als andere.
Folquet ist ein drei Jahre alter wunderschöner Maremmano Mischling. Er sollte ein Leben an der Seite seiner Menschen führen. Er sollte die ihm angeborene Eigenständigkeit dabei bewahren und trotzdem immer eng bei seinen Menschen sein können. Er sollte etwas haben, das er beschützen kann und doch wissen, wann dieser Schutz nicht notwendig ist. Kurz – er sollte ein Herdenschutzhund sein, der im Familienverbund lebt, bei Menschen, die seine Klugheit, seine Eigenständigkeit und sein bezauberndes Wesen zu schätzen wissen.
Stattdessen…nun, schauen sie ihn an...Folquet und sein Bruder Fredrik waren keine vier Monate alt, als sie in dieses Lager verschleppt wurden. Zwei Hundekinder, die alles noch vor sich hatten und dann in eine Welt der völligen Reizlosigkeit und sehr wahrscheinlich auch direkter Misshandlungen getrieben wurden. So sind sie aufgewachsen, unsere Beiden…ihre Kindheit ist verloren, genau wie auch die frühe Jugend. Und ich erspare mir an dieser Stelle die Aufzählung all der Dinge, die sie verpasst haben. Wir wollen lieber in die Zukunft schauen. Für Folquet suchen wir Menschen, die Hundeseelen heilen können und ihre einsamen kleinen Hundeherzen für sich gewinnen werden. Letzteres ist wahrscheinlich der leichte Teil. Das Aufpäppeln ihres Gemütszustandes aber wird wohl einiges an Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen brauchen. Darum suchen wir Menschen, die wissen, was es wert ist, zwei verlorene Hundeseelen zu retten. Und zwar nicht nur für die Hunde… Falls Sie sich nun wundern, warum hier zwar immer von Folquet die Rede ist, gleichzeitig aber in der Mehrzahl geschrieben wird…Ja, es ist schwer. Die beiden Brüder hängen sehr aneinander und wir wissen nicht, ob sie eine Trennung verkraften würden. Insbesondere Fredrik scheint sehr auf Folquet angewiesen zu sein – er folgt ihm bei jeder Bewegung. Und obwohl Folquet der Neugierigere ist und sich auch mal vorsichtig streicheln lässt, so kennt auch er doch nur seinen Bruder als einzigen Bezugspunkt, den er je hatte.
Und so wagen wir den Versuch und bitten für die beiden Brüder um ein gemeinsames Zuhause. Und obwohl das natürlich nur ein Wunsch ist, so hoffen wir doch sehr, dass er in Erfüllung geht.
PS: Eine Bitte hätten wir noch…lesen Sie doch mal nach, was in unseren Ausführungen zum Umgang mit Herdenschutzhunden steht https://www.pro-canalba.eu/auslandstierschutz/herdenschutzhunde/
Vielen Dank
Bitte besuchen Sie Folquet auch auf unserer Homepage.