Beschreibung: Ralya - Sag mal...ist das wirklich die Welt?
Hallo! Ich bin die Ralya. Also... zumindest nennen mich die Menschen jetzt so. Das gefällt mir eigentlich ganz gut. Besser als gar keinen Namen zu haben.
Ich wollte euch mal etwas fragen. Ist die Welt wirklich so klein? Ich frage nur, weil ich noch nicht so lange hier bin, und bisher sieht sie ungefähr so aus: harter Boden, Gitterstäbe, meine Brüder Rumiro und Rorik … und manchmal laufen Menschen vorbei.
Bis vor kurzem waren wir vier. Meine Schwester Ruxi war auch noch da. Jetzt ist sie fort.
Die Großen hier haben uns nicht erklärt, warum. Vielleicht hätten sie es auch gar nicht verstehen können. Ruxi war doch noch ein Baby. So klein wie wir. Und sie hätte Hilfe gebraucht. Einen Menschen, der merkt, dass etwas nicht stimmt. Einen Tierarzt, Medizin und eine Chance. Die hat sie nicht bekommen. Und deshalb ist Ruxi nicht mehr da.
Ich weiß nicht, was „gestorben“ bedeutet. Aber ich weiß, dass wir jetzt nur noch zu dritt sind. Und irgendwie fühlt sich unsere kleine Welt seitdem noch kleiner an.
Das kann doch noch nicht alles gewesen sein, oder? Die großen Hunde erzählen nämlich komische Sachen. Sie sagen, draußen gäbe es Wiesen. Ganze Wiesen! Nicht nur ein kleines Stückchen. Und Bäume. Und Bäche. Und Menschen, die Hunde mit ins Haus nehmen. Manche dürfen sogar auf dem Sofa schlafen. Einer hat behauptet, es gäbe dort Schränke voller Leckerchen. Das glaube ich allerdings noch nicht. Das klingt ein bisschen übertrieben.
Wenn fremde Menschen zu uns kommen, gucke ich sie mir erst einmal lieber aus sicherer Entfernung an. Man weiß ja nie. Ich bin eben ein kleines bisschen vorsichtig. Aber genauso neugierig bin ich auch. Nach einer Weile möchte ich schon wissen, wer ihr seid und was ihr da macht.
Vielleicht brauche ich einfach jemanden, der mir zeigt, dass die Geschichten der großen Hunde wirklich stimmen. Die erzählen nämlich, dass Gras tatsächlich weich ist und dass es etwas gibt, das „spazieren gehen“ heißt. Oder dass es Menschen gibt, die uns Hunde gernhaben. Und dass es irgendwo einen Ort gibt, an dem Welpen nicht hinter Gittern groß werden.
Und dann sagen die Großen noch etwas. Sie sagen, dass manchmal ein Mensch die Fotos von einem Hund sieht und plötzlich denkt: "Genau dich habe ich gesucht." Ich weiß natürlich nicht, wie das funktioniert. Aber wenn das stimmt...
...dann würde ich mich freuen, wenn du vielleicht genau jetzt meinen kleinen Welpentext liest und dabei ein ganz leises Gefühl bekommst. So eins, das sagt: "Ich glaube... die kleine Ralya gehört zu mir."
Dann komme ich mit. Versprochen. Ich muss zwar noch ganz viel lernen. Eigentlich fast alles. Aber liebhaben...das kann ich bestimmt ziemlich schnell.
Und vielleicht darf Ruxi dann wenigstens eines Tages wissen, dass ihre kleine Schwester es geschafft hat. Dass sie Gras unter den Pfoten hatte. Dass jemand sie liebhatte. Dass ihre Welt am Ende doch größer geworden ist als diese paar Quadratmeter hinter Gittern.
Bitte besuchen Sie Ralya auch auf unserer Homepage.