Knapp ein Jahr ist es her, dass Kishas Welt von einem Tag auf den anderen aus den Fugen geriet. Aufgewachsen im Geborgenheit gebenden Kreis ihrer Mutter und ihrer Geschwister und in einer liebevollen Familie, musste die kleine Hündin (und mit ihr die anderen Hunde) von heute auf morgen ihr Zuhause verlassen. Schicksalhafte Wendungen zwangen ihre damalige Familie zur Rückkehr nach Deutschland – ohne die Hunde mitnehmen zu können. So landete Kisha gemeinsam mit ihrem Bruder Jojo im Refugio. Der Neuanfang fiel ihr nicht leicht. In der ersten Zeit stürzte Kisha bei jedem Schritt, den sie draußen hörte, verzweifelt kläffend an den Zaun des Auslaufs – in der Hoffnung, auch nur einen kurzen Augenblick der Zuwendung zu erhaschen.
Über die Monate ist Kisha etwas ruhiger geworden. Es tut ihr und Jojo gut, dass ihr Auslauf in einem der hinteren, geschützteren Bereiche liegt, wo der Alltag mit all seinen Reizen etwas ferner ist. Dennoch ist der Tierheimalltag auf Dauer viel zu eintönig für die pfiffige Hündin. Das Leben im Refugio bietet ihr schlichtweg zu wenig Reize und stellt für sie eine Unterforderung dar. Kisha ist eine aktive und wache Hündin, die nicht nur körperliche Bewegung, sondern vor allem auch gezielte Beschäftigung und Auslastung sucht. Als kürzlich Besuch aus Deutschland eintraf, zeigte sich Kisha inzwischen etwas gelöster: Sie begegnete den Teammitgliedern aus Deutschland entspannter, aber unverändert verschmust, menschenbezogen und voller Sehnsucht nach Nähe.
Kisha wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie, die ihr wieder Sicherheit, Geborgenheit und ein gemütliches Bett schenkt – einen Ort, an dem sie für immer ankommen darf. Ihre zukünftigen Menschen sollten sich jedoch bewusst sein, dass Kisha gefordert werden möchte: Sie braucht eine Familie, die aktiv mit ihr arbeitet, gemeinsam mit ihr lernt und ihren wachen Geist im Alltag durch gezielte Aufgaben und Kopfarbeit auslastet.
Kisha und Jojo wurden vor ungefähr 2,5 Jahren mit einem weiteren Welpen und einer erwachsenen Hündin (Myra, sie sucht auch ein Zuhause) in einem Erdloch gefunden und alle wurden von einer deutschen Familie adoptiert. Ob Myra die Mutter der Drei (zwei Hündinnen, ein Rüde) ist, ist unklar, da die Größenverhältnisse nicht stimmig sind.
Durch eine Veränderung der Lebensumstände muss die Familie kurzfristig dauerhaft nach Deutschland und hat keine Möglichkeit, die vier Hunde mitzunehmen.
Eine Hündin hat ein Zuhause in Spanien gefunden, die Geschwister Kisha und Jojo suchen, wie Myra, ein neues Zuhause und werden natürlich auch getrennt vermittelt.
Sie lebten in einer Familie mit drei größeren Kindern, kennen Leine und Geschirr ebenso wie Autofahren und sind grundsätzlich stubenrein. Natürlich ist es für die beiden eine extreme Umstellung von der Familie in das Refugio und wir können nur hoffen, dass sie nicht alles verlernen. Man muss aber leider sagen, dass Kisha und Jojo außerhalb von Familie, Haus, Grundstück und Schwester und "Mutter" nahezu nichts kennengelernt haben. Der Kontakt zu den Menschen war sehr eng, alle durften im Bett schlafen und sind sehr kuschelig und menschenbezogen.
Kisha ist etwas vorlauter und energiegeladener als ihr Bruder Jojo, der eher entspannt ist. Beide haben Lust zu lernen und werden sich sicherlich zu tollen Familienmitgliedern entwickeln.
Bei der Ankunft im Refugio bemerkte man bei beiden deutlich die Reizüberflutung, aber Kisha und Jojo haben sich relativ schnell an die Umstände angepasst.
Inzwischen leben sie mit ihrer "Mutter" Myra und einer weiteren Hündin zusammen und erscheinen trotz der absolut ungewohnten Situation nicht überfordert.
Wir wünschen uns sehr, dass die beiden bald wieder in einer Familie leben dürfen und endlich ihr endgültiges Zuhause finden.
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