„Endlich Rettung!“, scheint die nur 30 cm kleine, schwarze Mischlingshündin mit der grauen Schnauze zu denken, als die Tierschützer in ihrem Betonzwinger auftauchen. Die 9 Jahre alte Kisca hüpft ihnen sprichwörtlich in die Arme vor lauter Freude, kann gar nicht nah genug bei den Menschen sein, ist überschwänglich und fröhlich – und hofft bestimmt, dass sich die Zellentür für sie öffnet. Ihr Gesicht, als der Besuch nach nur allzu kurzer Zeit wieder verschwindet, sieht man auf dem Video nicht; aber Sie können sicher sein, dass große Enttäuschung und vielleicht auch Verzweiflung aus ihm sprachen.
Seit Ende Januar ist die kleine Hündin nun in einem dieser schrecklichen Canile eingekerkert. Dort lebt sie mit weiteren Hunden, Rüden und Hündinnen, offenbar problemlos zusammen. Aber sie ist die Kleinste von allen und könnte auch schnell mal unter die Räder kommen, wenn vor lauter Langeweile unter den anderen ein Streit ausbricht. Deshalb suchen wir für sie so schnell wie möglich ein schönes Zuhause.
Auf dem Video sieht man, wie selig Kisca ist, auf dem Schoß der Tierschützerin sitzen zu dürfen statt wie sonst auf dem blanken Beton, wie sehr sie die menschliche Wärme genießt, sich über die Streicheleinheiten freut, um mehr bettelt, ganz, ganz nah beim Menschen sein will. Freudig leckt sie der Tierschützerin das Gesicht, schmiegt sich ganz eng an sie, kriecht fast in sie hinein. Und trotz der tristen Betonumgebung, in der sie den Winter überleben und den Frühling über ausharren musste, hat dieser kleine Hund die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ein Mensch kommt und sie von diesem entsetzlichen Ort fortbringt.
Dabei wünschen wir uns für Kisca Menschen, die in ihr nicht nur die kleine, niedliche Hündin sehen. Denn auch 30 Zentimeter Schulterhöhe machen aus einem Hund kein Spielzeug. Kisca hat dieselben Bedürfnisse wie ihre größeren Artgenossen: Sie möchte dazugehören, die Welt entdecken, ernst genommen werden und als Hund leben dürfen. Kleine Hunde werden leider oft überbehütet oder nicht als vollwertige Hunde wahrgenommen. Doch Respekt, liebevolle Führung, Beschäftigung und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen, sind für einen kleinen Hund genauso wichtig wie für einen großen. Kisca ist nicht nur ein süßes Kätzchen auf vier Pfoten – sie ist eine richtige kleine Hundedame mit Persönlichkeit, Bedürfnissen und dem Wunsch nach einem Leben, in dem sie als Hund gesehen und geschätzt wird.
Woher Kisca kam, warum sie unschuldig dort gelandet ist, wissen wir nicht. Was wir aber wissen, ist, dass der nächste Transport bereits im Juli stattfinden wird. Und wenn sich innerhalb der nächsten Tage ein Zuhause für die kleine Maus finden ließe, könnte sie noch rechtzeitig vorbereitet werden – und direkt in ihr neues Zuhause reisen!
Die Tierschützer vor Ort beschreiben sie als sehr fügsame und liebevolle Hündin. Ihnen ist aber auch aufgefallen, dass sie bei plötzlichen Bewegungen oder in neuen Situationen kurz zusammenzuckt und Angst bekommt – vielleicht wurde sie einmal geschlagen oder verscheucht oder was immer grausame Menschen selbst einem so kleinen Hund antun.
Googelt man den Namen „Kisca“, erfährt man, dass es im Russischen ein Kosewort für „Kätzchen“ ist. Und diese kleine Hündin ist wirklich wie ein kleines Kätzchen, anschmiegsam, verschmust - ein Geschenk für jeden. Und sie könnte auch überall hin, wo es passt, gerne zu anderen kleineren Hunden und auch zu Senioren, die dieser kleinen Hündin zeigen, dass das Leben wieder schön sein kann. Für kleine Hunde ist 9 Jahre noch kein Alter – es können noch viele schöne Jahre vor Kisca liegen. Aber zunächst braucht sie ihr Ticket in die Freiheit.
Wie sehen denn Ihre Urlaubspläne für diesen Sommer aus? Vielleicht ab dem 19. Juli mit einer kleinen schwarzen, lieben Hündin an Ihrer Seite?
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