Beschreibung: Takeda - Ihr Leben ist zu klein geworden
September 2026 - Unsere Takeda muss nach drei Jahren unverschuldet ihr Zuhause verlassen. Nun ist sie ein Hund, der wieder gehen muss. Wir wünschen ihr sehr, dass es zumindest schnell geht. Takeda befindet sich in 52078 – Aachen.
„Takeda begegnete mir mit einem gesunden Misstrauen, aber nicht feindselig. Sie beschnupperte mich nach kurzer Zeit und ließ sich kraulen.“
So beginnt unsere Einschätzung nach unserem Besuch bei Takeda.
Beim Spaziergang brauchte sie etwa fünf Minuten, dann konnte sie sich lösen und begann, ganz in Ruhe hier und da zu schnuppern. Zwei Hunde begegneten ihr auf Distanz. Takeda verfolgte sie neugierig, aber ganz ohne Drama.
Das ist die Takeda, die wir gesehen haben. Vorher hörten wir vieles andere: Sie sei draußen stark gestresst, reagiere auf andere Hunde, könne phasenweise ihr Geschäft nicht erledigen, fresse schlecht und habe gesundheitliche Beschwerden entwickelt, die mit Stress in Verbindung gebracht werden. Als Ursache wird vor allem das städtische Umfeld genannt.
Wir denken, dass das nicht die ganze Geschichte erzählt. Takeda ist noch eine junge Hündin. Nach den Angaben ihrer Familie bleibt sie regelmäßig fünf bis sechs Stunden allein, manchmal acht oder neun. Dazwischen gibt es vier kurze Runden am Tag. Viel Zeit also in der Wohnung, wenig Abwechslung und wenig gemeinsames Erleben.
Und dann sehen wir eine Hündin, die zunächst vorsichtig ist, aber nach wenigen Minuten anfängt zu schnuppern. Die einen anderen Menschen kennenlernen kann. Die draußen Hunde beobachtet, ohne zu eskalieren. Die mit dem Maremmano-Rüden der Eltern ausgelassen spielt und Spielzeug und Körbchen mit ihm teilt. Auch einen Urlaub am Meer mit Haus und Garten hat Takeda sehr genossen.
Gleichzeitig machte sie beim Nachbesuch einen etwas niedergeschlagenen Eindruck. Und genau das macht uns traurig. Wahrscheinlich braucht Takeda nicht mehr Training, sondern vor allem mehr Leben.
Menschen, die Zeit für sie haben. Spaziergänge, die mehr sind als kurze Runden. Einen sicheren Garten. Ruhe. Gemeinsame Erlebnisse. Und vielleicht einen passenden Rüden an ihrer Seite, denn die Gesellschaft eines anderen Hundes scheint ihr gutzutun.
Wir wünschen uns für Takeda ein Zuhause mit Menschen, die bereit sind, ihr Zeit zu geben.
Takeda ist noch jung. Und wir möchten nicht vorschnell festlegen, wer sie ist, weil sie unter diesen Lebensumständen gerade so wirkt. Wir wünschen uns, dass sie zeigen kann, wie sie wirklich ist, wenn ihr Leben wieder größer wird.
Takedas Vorgeschichte: Sie und ihre 9 (!) noch etwas tapsigen Geschwister Tatienne, Tacye, Taffye, Tamarah, Tekila und Tayra (das sind die Schwestern) sowie Tenison, Terrell und Thaniel (die Brüder) könnten zusammen schon fast eine Fußballmannschaft stellen. Die 10 Welpen und ihre Mama sitzen seit Ende Oktober 2022, da waren die Kleinen gerade mal einen Monat alt, in einem der schlimmsten uns bekannten Hundelager ein. Wo die Hundefamilie vorher gelebt hat und wie sie in die «Hundehölle» gekommen ist, wissen wir leider nicht. Tatsache ist aber, dass nicht nur kein Hund, kein Lebewesen dort eingesperrt sein dürfte. Für Welpen ist dieses Lager der absolut schlechtestdenkbare Ort, den es gibt: Der blanke Horror. Beton und Gitterstäbe, mieses Futter, sonst nichts. Nein, stimmt nicht: Aktuell kommt eisige Kälte gratis hinzu, im Sommer wird es dafür in den Boxen brütend heiß. Monotonie gibt es auch zur Genüge, Stumpfsinn und Langeweile sowieso. Zum Glück haben die Kleinen ihre Geschwister um sich, so gibt es zumindest die Möglichkeit, miteinander auf den wenigen zur Verfügung stehenden Quadratmetern zu spielen.
Ende Januar durfte die Hundefamilie endlich in ihrem Kerker von mit uns befreundeten Tierschützern besucht werden. Die Welpen waren nicht nur zutraulich zu den Besuchern, sie werden auch als lieb und sehr sozial beschrieben. Verspielt, neugierig, tapsig, kurz: Zum Anbeißen süß. Aber aus den kleinen Fellknäueln werden bald einmal mittelgroße bis große Hunde werden. Deswegen sollten ihre zukünftigen Familien über entsprechend Platz verfügen und im besten Fall einen hundesicher eingezäunten Garten besitzen. Und wie bei Welpen so üblich müssen die 10 Kleinen noch das gesamte Hunde-ABC kennenlernen: Nicht auf den Teppich pinkeln, an der Leine gehen, Papas Pantoffeln in Ruhe lassen, auf den eigenen Namen hören, keine Socken verstecken und irgendwann nach Spiel und Spaß auch mal eine Pause einlegen. Das alles erfordert von einer Familie etwas Zeit und Geduld, aber der Lohn ist mit nichts auf der Welt aufzuwiegen: Lebenslange Freundschaft von einem besten Freund auf vier Pfoten.
Falls Sie auf der Suche nach einem Welpen sind und sich von Takedas Beschreibung angesprochen fühlen, so kontaktieren Sie doch schnellstmöglich Takedas Vermittlerin. Jeder Tag in der Hundehölle ist für unser kleines Hundemädchen und ihre Geschwister ein verlorener Tag.
Bitte besuchen Sie Takeda auch auf unserer Homepage.
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