Name: Tinto Geboren: ca. 01.01.2016 Rasse: Bretone-Mischling Geschlecht: männlich Schulterhöhe: ca. 50 cm Gewicht: - Kastriert: nein Geimpft: ja Gechippt: ja Farbe: weiß-braun Mittelmeerkrankheiten: Test folgt nach Einreise Krankheiten: keine bekannt Katzenverträglich: unbekannt Hundeverträglich: ja Kinder: unbekannt Handicap: nein Aufenthalt: Canile Comunale Tortoli, Sardinien
Zuhause: ja Pflegestelle: ja Paten: nein Geeignet für: erfahrene Hundehalter
Garten: ja Zweithund: ja Hundeschule: ja
Jagdtrieb: unbekannt
Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt - so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.
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Beschreibung: Tinto – 10 Jahre hinter Gittern - ein Leben, das nie beginnen durfte
Was ist mir passiert? Ich heiße Tinto. Seit vielen Jahren lebe ich im Canile Comunale Tortolì auf Sardinien. Nicht vorübergehend. Nicht als Zwischenstation. Sondern fast mein ganzes Leben. Während andere Hunde Familien fanden, Spaziergänge erlebten und geliebt wurden, blieb ich zurück. Mein Alltag besteht aus Warten. Jeder Tag gleicht dem anderen. Einmal am Tag öffnet sich die Zwingertür zum Reinigen. Dann darf ich für wenige Minuten in den kleinen Auslauf vor meinem Zwinger. Diese kurzen Momente sind alles, was ich von Freiheit kenne. Danach schließt sich die Tür wieder und ich warte weiter.
Wo bin ich? Das Canile Tortolì ist seit vielen Jahren meine ganze Welt. Beton statt Wiesen, Gitterstäbe statt Freiheit. Kein weiches Körbchen, kein ruhiger Rückzugsort, kein Zuhause. Heute bin ich 10 Jahre alt. Mehr als die Hälfte meines Lebens ist vergangen, ohne dass mich jemals jemand nach Hause geholt hat. Ohne Familie. Ohne Geborgenheit. Ohne zu wissen, wie es sich anfühlt, wirklich anzukommen.
Wie bin ich? Ich bin ein ruhiger, vorsichtiger Bretone-Mischling mit Stummelrute. Eigentlich gelten Bretonen als fröhliche, intelligente und aktive Hunde. Doch ich hatte nie die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen oder mich zu entwickeln. Mein Leben spielte sich fast ausschließlich hinter Gittern ab. Menschen gegenüber bin ich noch zurückhaltend. Berührungen sind mir fremd, aber ich lasse sie ruhig zu. Wenn die Tierschützer mich besuchen, erkunde ich neugierig meine Umgebung und genieße die seltenen Momente außerhalb des Zwingers. Auch wenn diese Freiheit überwältigend ist, gehe ich am Ende immer freiwillig zurück. So traurig es klingt, ist mein Zwinger der einzige Ort, den ich kenne und in dem ich mich sicher fühle.
Viele Jahre teilte ich meinen Zwinger mit der ängstlichen Hündin Rina. Gemeinsam haben wir gelernt, keine Erwartungen mehr zu haben und uns gegenseitig Halt zu geben. Beim Besuch der STREUNERHerzen im April 2026 zeigte ich kleine Fortschritte. Vorsichtig suchte ich die Nähe der Menschen, holte mir ein Leckerli ab und wedelte sogar kurz mit der Rute. Für viele Hunde sind das Kleinigkeiten. Für mich waren es große Schritte und ein Zeichen, dass ich Vertrauen lernen kann.
Kurz danach durfte Rina auf eine Pflegestelle ausreisen. Für sie begann ein neues Leben. Für mich blieb alles beim Alten. Nach all den Jahren musste ich mich von meiner einzigen Vertrauten und Freundin verabschieden und zurückbleiben. Wie schwer dieser Abschied für mich war, kann niemand wissen. Nun warte ich allein weiter auf die Chance, die auch mein Leben verändern könnte.
Was suche ich? Ich suche Menschen mit Herz, Geduld und Verständnis. Menschen, die nichts von mir erwarten und mir die Zeit geben, die ich brauche. Ein ruhiges Zuhause, gerne mit einem souveränen Ersthund, an dem ich mich orientieren kann, und ein sicher eingezäunter Garten würden mir den Start erleichtern. Ich wünsche mir kein aufregendes Leben. Ich wünsche mir die einfachen Dinge, die für andere Hunde selbstverständlich sind: ein weiches Bett, Spaziergänge, Sicherheit und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Auch wenn mir vielleicht nicht mehr viele Jahre bleiben, könnten es die wichtigsten meines Lebens werden.
Bitte lass nicht zu, dass mein ganzes Leben hinter Gittern endet. Zeig mir, dass es noch eine andere Welt gibt als Beton, Gitterstäbe und Warten.
Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Tinto kann nach Deutschland ausreisen.